Allgemeinmediziner Mangelware: Hausarzt in Rhauderfehn trotzt Trend

RHAUDERFEHN, 03.01.2018

Ärztemangel auf dem Land ist ein allgegenwärtiges Thema – auch in Ostfriesland. Und was passiert in Rhauderfehn? Gegen den Trend eröffnet Dr. Michael Deeken eine neue Hausarztpraxis. Und was für eine.

Wer wie die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann das Gebäude betritt, soll sich auf Anhieb wohl fühlen. Dieses Ziel hat der Facharzt für Allgemein- und Rettungsmedizin erreicht. Zusammen mit seiner Frau Sabrina hat er im April 2017 mitten im Zentrum von Rhauderfehn „Am Markt“ neu gebaut. Ein offener Empfangsbereich, helle, freundliche Farben und ein erfrischender architektonischer Stil. Dazu modernste Technik.

Nach dem passenden Grundstück hatte Deeken lange gesucht. Vorher arbeitete er einer Praxis im zweiten Stock eines Gebäudes in der Rhauderwieke. Er praktizierte direkt unterm Dach. Das musste sich ändern. Heute arbeiten sechs Kräfte in dem Neubau. „Das Team ist mit Spaß bei der Arbeit. Das ist für mich das Wichtigste“, schmunzelt Deeken. Neben der klassischen Schulmedizin bietet er alternative Behandlungsformen wie Akupunktur, traditionell chinesische Medizin (TCM) oder Naturheilverfahren an.

Dabei wollte der Vater einer Tochter ursprünglich gar kein Hausarzt werden. Während seines Studiums in Lübeck, hatte er sich zunächst auf die Onkologie spezialisiert. Als er einen Kollegen, einen Allgemeinmediziner, vertreten musste, änderte er seine Meinung: „Wir behandeln alles. Jedes Alter, beide Geschlechter und alle Erkrankungen. Das kann kein Facharzt.“

Leider ist diese Haltung nicht die Regel. Bundesweit fehlen Allgemeinmediziner. Connemann, die für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständig ist, berichtet: „Für rund 80,6 Millionen Einwohner werden gut 48.000 Hausärzte benötigt. 2016 gab es in Deutschland aber nur 44.000  Allgemeinmediziner. Und von diesen arbeiten nicht alle in einer Praxis. Besonders schwierig ist es auf dem Land.“ Sie plädiert deshalb für eine  Landarztquote ermöglicht. Bewerber, die sich verpflichten, als Allgemeinmediziner auf dem Land zu arbeiten, sollen künftig leichter einen Studienplatz bekommen. Die Länder entscheiden, ob sie bis zu zehn Prozent der Plätze auf diesem Weg an Kandidaten vergeben, die sich im Numerus-Clausus-Vergleich nicht durchsetzen können. Connemann ist sicher: „Eine gutes Abi macht noch keinen guten Arzt.“

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