Bundeskanzler Friedrich Merz bei Akkermann Transporte in Moormerland
NEERMOOR, 18.05.2026
Ein Bundeskanzler in Moormerland – das gab es noch nie. Jetzt war es soweit. Denn Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte jetzt die Spedition Akkermann Transporte in Neermoor.
Eingefädelt wurde der Besuch von der hiesigen Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann. Als Parlamentarische Staatssekretärin ist sie Teil der Bundesregierung. Und wurde vom Bundeskanzler selbst zur Mittelstandsbeauftragten ernannt. Ihr Motto: „Wir müssen mit dem Mittelstand reden nicht über ihn.“ Mit Friedrich Merz hat sie einen Verbündeten.
Deshalb folgte er einer Einladung von Claudia, Klaus und Jörg Akkermann nach Neemoor – mit Erfolg. Merz sagte zu. Für Gitta Connemann ein starkes Zeichen: „99 Prozent der Betriebe in Deutschland gehören zum Mittelstand. Sie sind völlig unterschiedlich. Da gibt es Traditionsunternehmen und Gründer. Dazu gehören Handwerk, freie Berufe, Gewerbe, Landwirtschaft, Touristiker, Industriebetriebe uvm. Aber eines eint sie. Sie sind das Rückgrat unseres Landes. Sie sorgen für Arbeit und Ausbildung, unterstützen das Ehrenamt und übernehmen Verantwortung. Sie verdienen unseren Respekt.“
Der Bundeskanzler erkundigte sich vor Ort in Neermoor über die Situation der Güterverkehr- und Logistikbranche. Und sprach danach mit den Präsidien der Industrie- und Handelskammer sowie er Handwerkskammer.
Zuerst stand aber ein ganz besonderer Akt. Bürgermeister Hendrik Schulz empfing den Kanzler mit dem Goldenen Buch der Gemeinde Moormerland. Danach zeigten Senior Reinhard Akkermann mit seinen drei Enkelinnen Nele, Imke und Maike den Betrieb – Jobangebote inklusive. Denn Friedrich Merz verriet, dass er bei der Bundeswehr seinen LKW-Führerschein gemacht hat. Das griff Reinhard Akkermann gleich auf: „Dann können Sie hier anfangen, wenn Sie nicht mehr Politik machen wollen.“
Akkermann Transporte wurde 1936 von Klaas Akkermann gegründet. Aus den ersten Transporten von Baustoffen und Vieh wurde im Laufe der Jahrzehnte ein modernes Logistikunternehmen mit Schwerpunkt auf Fahrzeuglogistik. Ihm folgten seine Söhne Gerd und Reinhard Akkermann. Heute ist mit Klaus, Claudia und Jörg Akkermann die dritte Generation am Drücker. Und die vierte Generation steht bereits in den Startlöchern. Rund 110 Beschäftigte sind in dem Familienbetrieb beschäftigt.
Für die Familie Akkermann bedeutete der hohe Besuch aus Berlin über Tage den Ausnahmezustand – schon aus Sicherheitsgründen. Aber damit bestand die Gelegenheit, dem Regierungschef persönlich die Sorgen der Branche nahezubringen. Die rund 65 Fahrzeuge verbrauchen rund 5.500 Liter Diesel pro Jahr. Das summiert sich auf zwei Millionen Liter pro Jahr. Derzeit gibt es kaum Alternativen. Denn für E-Lkws fehlt es an Ladeinfrastruktur, insbesondere im Ausland. Und Wasserstofffahrzeuge sind noch Zukunft. An erster Stelle stand der Wunsch nach verlässlichen Rahmenbedingungen. Dazu gehört für die Familie auch, die Erbschaftssteuer nicht weiter zu erhöhen. Für Familienunternehmen sei diese Gift.
Bundeskanzler Merz und Connemann tauschten sich dann noch mit Vertretern der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer sowie des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) aus. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Themen wie Bürokratierückbau, CO₂-Doppelbelastung oder unterschiedliche Mautsysteme innerhalb Europas.
Zum Schluss gab es noch eine Pressekonferenz in einer Werkshalle. Aus ganz Deutschland waren Medienvertreter nach Neermoor gekommen. Bundeskanzler Merz dankte der Familie Akkermann. Diese würde beispielhaft für die Familienunternehmen in Deutschland stehen. Er betonte die Bedeutung des Mittelstands für Deutschland. Ein besonderes Lob ging an Gitta Connemann: „Es gibt keine stärkere Stimme für den Mittelstand als Gitta Connemann in Deutschland. Ich muss sagen: Ich finde es auch immer eindrucksvoll, wenn ich dann einmal so wie hier heute bei der Firma Akkermann, bei der IHK, bei der Handwerkskammer bin und sehe, mit welchem großen Engagement sie da unterwegs ist und mit welch großer Zustimmung sie auch diese Arbeit macht.“
Connemann freute sich und dankte der Familie Akkermann für einen außergewöhnlichen Besuch: „Der Kanzler kommt nicht jeden Tag. Sein Besuch war ein deutliches Signal: wir sehen den Mittelstand, wir unterstützen den Mittelstand, wir kämpfen für den Mittelstand. Zusammen.“