Entlastung für Kinder von Pflegebedürftigen

SÖGEL, 13.02.2020

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Knapp 3,5 Millionen von ihnen sind pflegebedürftig. Und die Zahl steigt. Darauf hat die Bundespolitik reagiert und die Regelungen rund um die Pflege reformiert.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann stellte den Landfrauen Sögel jetzt die Änderungen der letzten Jahre vor. Sie sieht Informationsbedarf, denn „die Verbesserungen für Betroffene, Angehörige und Pflegende sind kaum bekannt“.

Dies bestätigten die Mitglieder des Landfrauenvereins: „Es hat sich so viel verändert. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen haben mehr Rechte, mehr Geld und flexiblere Leistungen erhalten. Aber wer weiß das schon. Jeder von uns sollte sich im Fall der Fälle beraten lassen.“

Denn vieles hat sich verbessert. Aus drei Pflegestufen wurden fünf Pflegegrade. Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst erfolgt jetzt auf der Grundlage eines gesetzlichen Kriterienkatalogs. Neu definiert wurde der Begriff der Pflegebedürftigkeit. Für Connemann ist das ein Herzstück der Reformen: „Früher wurde eine Pflegebedürftigkeit nur bei einer rein körperlichen Einschränkung angenommen. Jetzt haben auch Betroffene mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen dieselben Ansprüche.“ Aktuell wurde beschlossen, die Kinder von Pflegebedürftigen zu entlasten. Bislang springen die Sozialämter ein, wenn Pflegebedürftige z.B. Heimkosten nicht zahlen können. Aber bislang fordern Behörden häufig die Kosten von Angehörigen zurück. Das soll zukünftig erst ab einer Einkommensgrenze greifen.

Rund 40 Landfrauen verfolgten im Clemenswerther Hof den Vortrag Connemanns. Die Christdemokratin empfiehlt, sich bei Fragen an den Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Emsland (SPN) zu wenden. Denn Angebote und Anbieter seien zunehmend unüberschaubar. Inzwischen gibt es fast 15.000 Heime und 14.000 ambulante Pflegedienste, in denen mehr als 1,1 Millionen Beschäftigte arbeiten. Es gibt gemeinnützige Anbieter, kirchliche Träger, kommunale Betriebe und private Unternehmen. Die Vorsitzende der Landfrauen Sögel Hanni Sievers zieht deshalb auch das Fazit: „Pflege geht uns alle an. Deshalb sollten wir uns nicht erst damit auseinanderzusetzen, wenn wir direkt betroffen sind.“

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