Realismus statt Wolfsromantik

BERLIN, 08.03.2019

Bundesumweltministerin Schulze hat nach langen Drängen der Union Vorschläge zum Umgang mit Wölfen vorgelegt. Dazu erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann:

„Endlich bewegt sich das Bundesumweltministerium. Höchste Zeit. Das war längst überfällig. Der Wolf hat das Märchen verlassen und ist Realität. Gerade in den ländlichen Regionen haben Menschen Angst um sich, ihre Kinder und ihre Tiere. Täglich gibt es Meldungen über Wolfsrisse. Die Zahl der verletzten und getöteten Haus- und Nutztiere ist explodiert. Bislang war dies für die Bundesumweltministerin ein Karnevalsgag. Schulze im Wolfspelz – das ist ein Schlag für die Betroffenen. Deshalb musste die Bundesumweltministerin jetzt handeln. Aber die Vorschläge reichen nicht. Diese Kritik von Julia Klöckner teilen wir uneingeschränkt.

Uns fehlt das grundsätzliche Bekenntnis: Die Sicherheit von Menschen hat oberste Priorität. Tierschutz ist nicht teilbar. Ein Pferd, ein Schaf, ein Hund haben den gleichen Schutz verdient wie ein Wolf.

Märchen und romantisierende Betrachtung helfen uns nicht weiter. Unsere Fraktion fordert deshalb eine realistische Bewertung der Wolfsbestände in Deutschland und Europa. Dies kann nicht national erfolgen. Wölfe kennen keine Ländergrenzen. Deshalb wollen wir natur- und artenschutzrechtliche Veränderungen. Auf europäischer Ebene muss der Schutzstatus auf „geschützt“ herabgestuft werden. Die heute auf nationaler Ebene bereits bestehenden Spielräume sind zu nutzen. Dafür ist das Bundesnaturschutzgesetz zu ändern – und zwar stärker als es das BMU beabsichtigt. Kleinere Änderungen mit Placeboeffekt reichen nicht.

Ja, die Rückkehr des Wolfes ist ein Erfolg der Artenschutzpolitik. Aber dies hat Folgen für Menschen und Tiere. Statt Schönfärberei brauchen wir eine realistische Betrachtung dieser Folgen und entsprechendes politisches Handeln.

Wir wollen auch zukünftig Weidetierhaltung in Deutschland. Für den Schutz der Tiere brauchen wir praxisgerechte Lösungen. So ist die Beweislast für Entschädigungen bei Nutz- und Haustierrissen umzukehren. Wo – wie auf unseren Deichen – kein technischer Schutz gegen Wölfe möglich ist, müssen auch Schutzjagden möglich sein. Wir brauchen lokale und regionale Bestandsmanagementpläne für den Wolf sowie „wolfsfreie“ Regionen unter Einbeziehung der Problemlage unserer Weidetierhalter. Den Jagdausübungsberechtigten sollte die Durchführung von Management- und Entnahmemaßnahmen übertragen werden.“

Hintergrund: 

Bereits im vergangenen Jahr hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Positionspapier „Wölfe in Deutschland – Sorgen ernst nehmen, Sicherheit schaffen, Bestände regulieren“ beschlossen.

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